Systemkrise und Zins

„Zins auf eingesetztes Kapital, Wirtschaftskrisen und globale Armut sind also nur die Vorder- und Rückseite eines Prozesses. Jede neu vollzogene Form der Vergesellschaftung über Märkte, organisiert durch die Wucherer, hebt in der Konkurrenz, worin die Geldgier sich in Vielfalt selbst begegnet, die erworbenen Zinsfrüchte wieder auf und erzwingt eine immer wieder erneute Umwälzung – nicht ohne beständig Menschen an die Ränder ihrer Gesellschaft zu verstoßen. Diese immer wieder erneute Indienstnahme menschlicher Kreatität zur Gestaltung neuer Produkte, Märkte oder Organisationsformen und der daraus fließende Gewinn zerrinnt im Wettbewerb unter den Händen und nötigt die Sklaven der Geldgier zu erneutem Abriss und Wiederaufbau.“

Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes, S. 984