Geldgier

„Die Geldgier ist ein unglückliches Bewusstsein, weil es, einmal, nach Hegels Wort, die “Gegenwart nicht besitzt”, weil es immer schon über die sinnliche Gegenwart in berechnender Ratio hinaus ist, zum anderen aber, weil es seinen Inhalt nur an einer Abstraktion hat, die unter den Händen sich stets als Mangel, als zu wenig erweist und das Bewusstsein über jede erreichte Geldsumme hinaustreibt. …

Weil das unglückliche Bewusstsein der Geldgier die Gegenwart nicht besitzt, treibt es die Handlungen in eine fiktive Zukunft, in der man nie ankommt und die zugleich das gegenwärtige Leben der Menschen und anderer Lebewesen in immer neuen Formen ruiniert.“

Karl-Heinz Brodbeck, Die Herrschaft des Geldes, S. 1128